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Wir haben einen Schuldigen – mich!

Voller Vorfreude kam ich heute 17:00 (na gut: 17:20 – mit ein wenig Verspätung dank der ÖPNV Anbindung Veltens) zur Probe unseres Stücks. Aber wie habe ich mich in meiner Leichtigkeit getäuscht. Woher nur nahm ich mir diese Dreistigkeit  ohne Sorgen auf unseren lieben Regisseur zu treffen? FEHLER

Unverzeihlicher Fehler Nummer eins: Der Proberaum war blockiert. Ich weiß nicht warum, aber er war blockiert. Ich habe unter dem Googlemailkalender nachgeschaut – die Blockade war berechtigt, unser Termin stand nicht drin. Es war meine Aufgabe ihn dort einzutragen, alle anderen Termine stehen drin, warum dieser nicht: Keine Ahnung. – Aber diese Kritik lässt man sich auch noch gefallen. Gut, kann sein das ich nicht richtig gespeichert habe, dass mir dieser Termin entgangen ist, akzeptiere ich.

Aber dann kam es: Der Regisseur in all seiner bestehenden und selbstgegebenen Macht hielt mir, der ich gleichzeitig der Produzent seines Stückes bin, einen Vortrag darüber, dass er nicht das Gefühl habe, dass ich hinter seinem Stück stehe. Man mag aus meinen vorherigen Einträgen auch das Gefühl bekommen – aber das hat er wohl falsch verstanden. Ich stehe hinter dem Stück, sonst würde ich es nicht weiter produzieren. Aber ich stehe nicht hinter dem Regisseur. Nicht hinter einem Regisseur der die erste halbe Stunde einer Probe damit verbringt Musik laufen zu lassen und die Probe erst einmal vorzubereiten. Das ist ein Job den er daheim zu erledigen hat. Nicht hinter einem Regisseur der mit weißem Pulver an der Nase zur Probe kommt und verplant ist. Nicht hinter einem Regisseur der seinen Hauptdarsteller vor dem restlichen Team vorhält alleinig Schuld daran zu sein, dass die Produktion nicht voran geht. Aber ich stehe hinter dem Team – hinter dem Team von fähigen Schauspielern, einem fähigen Regieassistenten und einem Stück das nicht perfekt, aber authentisch ist.

Er fasse sich an die eigene Nase – wenn er sie noch findet.

Was bisher geschah

Komparse beim Kurzfilm

2 Tage, 12h/Tag, davon 10 Stunden rumsitzen und warten (und vom Catering gebrauch machen – das, leider, ein wenig von meinem Geschmack abwich); aber es hat sich gelohnt. Denn nach all dieser Zeit des rumsitzens und des 5 Uhr aufstehens um den Zug doch beinahe zu verpassen: Meine 20-30 Sekunden im Hintergrund eines 35/16 mm Diplomfilms der dffb waren im Kasten. Ich werde wahrscheinlich durch die Tiefenunschärfe nichtmal zu erkennen sein, ich habe sicher viele Ausdrucksfehler in der Continuity und dieser Film wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mein Durchbruch werden ABER ich hatte Spaß, wieder was gelernt und vor allem: Kontakte geknüpft.

Hauptrolle in einem Theaterstück über Drogen…

Klingt auch erstmal gut. Hauptrolle. Habe mich auch wahnsinnig gefreut. Aber dann kam mir das wirkliche Leben dazwischen: Menschen. Ein Mensch – der Regisseur. Oder besser formuliert: Der selbsternannte Regisseur und Autor. Von diesen Tätigkeiten hat er soviel Ahnung wie ein katholischer Priester von Eheberatung.

Nicht nur dass er sich andauernd in seinen Regieanweisungen widerspricht, dass man das Skript in Ausdruck und Orthographie so nicht mal einem Drittklässler verziehen hätte oder dass er, einen Monat vor der Premiere, nur mehr als ein vages: “Mal schauen wohin sich das Stück entwickelt” rausbekommt – nein! Die letzte Probe eröffnete er, bekleidet mit weißem “Pulver” an Nase, Oberlippe und Kinn. Und noch schizophrener als sonst.

Ich habe große Erwartungen an dieses Stück und hoffe das alles glatt läuft.

Aber: Ich fange gerade erst an; da kann man sich die Regisseure nicht aussuchen. Und außerdem habe ich am Sonntag Abend noch ein Meeting mit einer anderen Regisseurin. Ich habe große Erwartungen und hoffe das alles glatt läuft.

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