Ich bin Sozialdemokrat!
Verdient haben wir es. Dieses historisch schlechte Abbild der Zustimmung des Volkes, für meine SPD. Es liegt nicht daran das Martin Schulz der beste Spitzenkandidat unter den in der Bundesrepublik angetretenen Parteien ist. Oder gar der best geeignete Nachfolger Verheugens in der Kommission sei; nein. Schaute die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, eine Partei derer Mitgliedschaft ich jedes mal in einer Diskussion mit einem Komplizen Kohls und Schäubles, mit einem Gefühl des Stolzes, konnotiere (vergleiche man doch die Vergangenheiten beider Parteien), schaute diese Partei mal in den Spiegel, sie würde feststellen: Sie müsste einmal wieder zum Frisör.
Ausgebleicht sind die Strähnen des Schutzes der Bürger vor dem Staate. Verfettet ist die unkreative Mähne der Wahlkampftaktik, die bei zu dünnem Haar versucht das Styling eines coolen Afrolooks zu immitieren. Und dann noch der ganze Spliss an alten Beschlüssen und neuem Programm, wo man hätte abschneiden sollen.
Meine Partei benötigt kein Profil bei StudiVZ oder Facebook, in dem Frank Steinmeier dann sowieso nicht erklärt wieso er Politik gegen die Mehrheit meiner Generation (mit)fährt, derer er sich ja genau hier preisen will. Soll er doch zeigen, dass er für die aktive Strafverfolgung illegaler Netzinhalte ist und sich dagegen stellt, wenn Frau von der Leyen und Herr Schäuble die Kinderpornographie mit dem Reisigbesen unter den Teppich kehren wollen, um zu sehen wer alles drüber läuft – während der Boden dreckig bleibt.
Soll er sagen dass ein Verbot von Computerspielen mit gewalttätigem Inhalt obsolet ist, wenn man in immer noch im Schützenverein üben kann eine reale Waffe zu bedienen. Haben die als Kinder nie Räuber und Gendarm gespielt? Counterstrike ist nichts anderes.
Soll er den jungen Sozialdemokraten nicht als Jubeltruppe den Rücken zukehren, wenn sie nach amerikanischen Vorbild auf Veranstaltungen hinter ihm zur gestellten Begeisterung instruiert werden; nicht wenn er sich danach nicht auch ihnen zuwendet und sie mit an seinen Tisch holt. Er würde dadurch reale Wähler, die für ihn stimmen, bekommen. Das ist besser als virtuelle Freunde die ihn nur gruscheln.
Wir können uns nicht immer auf unsere Geschichte als älteste Partei berufen, wenn wir uns benehmen wie ein Demenzkranker mit Altersstarsinn – vergessen wo wir her kommen, festhalten wo wir stehen.
Frank und die SPD werden niemals die Bunte Leserin überzeugen die nette und unkompliziert schlichte Kanzlerin, deren Phrasen so hohl sind wie die eines Papageien, nicht zu wählen. Aber er und die SPD könnten bei den jüngeren Punkten, oder bei dem gebildeten Arbeitnehmer, bei den Studenten, ja sogar bei einigen FDP Wählern und Grünen, würde sie einmal nur auf die Schnittmenge deren Forderungen hören, die da lauten: FREIHEIT, Gleichheit und Solidarität.
Jetzt noch für den Wahlkampf aussagekräftigere Plakate, ein junges Team in Schlüsselpositionen, nicht im Hintergrund, der Union Paroli bieten wenn es um unsere Grundrechte geht, unser Privatleben – denn eines, das dürfen wir nie vergessen, ohne die SPD hätten wir diese Dinge nicht.
Betonen wir nicht das Alter sondern die Lebensleistung dieser, meiner Partei.
Die Europawahl kommt
Und ich, als Mitglied der SPD, darf will natürlich für keine andere Partei Wahlwerbung machen. (Darf Will ich laut Statut wirklich nicht)
Nicht mal für diese Partei. Wer die wählen will, der muss schon von alleine darauf kommen, nachdem er deren Wahlprogramm gelesen hat.
Übrigens, mein Abgeordneter im europäischen Parlament heißt Norbert Glante und ist Mitglied meiner Partei. Ich habe ihn zwar noch nie persönlich kennen gelernt (oder ich habe ihn gesehen aber er hat sich nicht merklich positioniert) – aber er schickt mir in regelmäßigen Abständen immer eine Infobroschüre, mit netten Fotos und Texten über seine Arbeit.
In den meisten Dingen gehe ich mit der SPD sicherlich auch konform was die Gesetzgebungsabsichten, auf dem Papier, angehen. Nur in grundsätzlichen Bestandteilen des öfteren leider nicht.
Wenn ich zum Beispiel damit rechnen soll, dass zukünftig mein Internetanbieter entscheidet welche Webseiten ich besuchen darf dann kommt es mir hoch! Auch das “3 Strikes and your out” – Prinzip lässt meinen Magen höher schlagen. (Wurde glücklicherweise bisher nicht umgesetzt)
Für die Europawahl will ich deswegen keine Wahlempfehlung aussprechen. Ich will das ihr zur Wahl geht und von eurem Stimmrecht gebrauch macht. Ich warne vor dem wählen extremistischer Parteien; und den Konservativen und Marktliberalen. Denn Ihr müsst euch fragen wie diese Wahl euer Leben beeinflussen kann.
Wie würdet Ihr leben, wenn Euer Internetanbieter Euch den Zugang zu bestimmten Webseiten oder Diensten verweigern würde (zB. Youtube, auf Druck der Unterhaltungsindustrie; Skype, auf Druck der Telekomindustrie; StudiVZ oder SchuelerVZ, aus Gründen der, bis jetzt noch fiktiven, Gesetzgebung zum Schutz der Daten Minderjähriger; oder ganz einfach Deine private Homepage) – Die Europäische Union, ob sie von Dir nun gewollt ist oder nicht, ist Teil Deines Lebens. Essentieller Bestandteil, das wirst Du nicht ändern können (Mehr als die Hälfte der im Bundestag beschlossenen Gesetze sind Umsetzungen von EU Vorgaben). Was Du aber bestimmen kannst ist welcher Bestandteil! Bestimme die EU! Geh wählen!